Gesellschaftliche Verantwortung statt Egoismus

Aktuelle Studie* „Unternehmensnachfolge 2007“ offenbart folgenschwere Defizite bei Planung und Regelung – jeder Zweite handelt konzeptlos

Bonn, 02.05. 07 Etwa 71.000 Unternehmen haben in Deutschland Jahr für Jahr die Nachfolgefrage zu lösen. Nach Erfahrungen der Deutschen Stiftung für Vermögens- und Unternehmensnachfolge (DSVU), dauert ein erfolgreicher Nachfolgeprozess je nach Art und Größe des Unternehmens etwa drei bis fünf Jahre. Sehr viele Unternehmerinnen und Unternehmer schieben den Tag der Übergabe jedoch gedanklich weit hinaus und handeln dann überstürzt und planlos. Dies bestätigt die aktuelle Studie der DSL German Seniors, der DSVU und des Marktforschungs- und Beratungsinstituts psychonomics AG, wonach die Hälfte aller befragten Unternehmer ohne konkretes Konzept den Generationswechsel planen. Bei den Unternehmen, die die Übergabe bereits vollzogen haben, gab jeder Dritte an (33 Prozent), die Maßnahmen ohne Konzept realisiert zu haben. „Die rechtzeitige Trennung vom „Lebenswerk“ fällt vielen schwer, obwohl die Übergabe unausweichlich ist“, kommentiert Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der DSL German Seniors, die Gründe und appelliert: „Nur wer rechtzeitig „loslässt“ und sorgfältig plant, handelt unternehmerisch und verantwortungsvoll, weil er vorausschauende Zukunftssicherung für die eigene Familie und Beschäftigte im Unternehmen betreibt.“

Die Studie dokumentiert aber auch einen sehr positiven Trend: Die gesicherte Zukunft  des eigenen Unternehmens ist den deutschen Unternehmerinnen und Unternehmern wichtiger als ein hoher Verkaufserlös. So gaben 87 Prozent der Befragten den Fortbestand des Unternehmens und 70 Prozent die Sicherung der Arbeitsplätze als wichtiges bzw. sehr wichtiges Ziel der Übergabe an. Demgegenüber formulierten nur 24 Prozent der Befragten das Erzielen des höchstmöglichen Verkaufserlöses als sehr wichtiges Ziel. Auf diesem Verantwortungsbewusstsein gilt es aufzubauen, so Erhard Hackler: „Sehr viele mittelständische Unternehmen gehen durch die ungelöste Nachfolgefrage in die Insolvenz, weil beispielsweise der leitende Unternehmer plötzlich ausfällt oder die Nachfolge nicht klappt. Das kostet Arbeitsplätze und tangiert neben dem Unternehmen die Branche und die Wirtschaft als Ganzes. Je besser es gelingt, die Nachfolge im Unternehmen zu regeln, desto günstiger ist die Perspektive für die Mitarbeiter des betroffenen Unternehmens.“

Die Nachfolgeregelung ist insbesondere für den bisherigen Unternehmenseigner eine Herausforderung. Man muss ihn überzeugen, dass die reibungslose Übergabe ebenso ein Erfolg ist, wie der Aufbau und die Führung des Unternehmens. So kann das berufliche „Lebenswerk“ erfolgreich zum Ziel geführt werden. Obwohl die meisten Unternehmer zweifellos einen großen unternehmerischen Erfahrungsschatz haben und wissen, wie man ein Unternehmen erfolgreich führt, treten bei der Unternehmensübergabe spezifische Fragestellungen auf, mit denen man in der bisherigen unternehmerischen Praxis noch nicht konfrontiert wurde. Deshalb rät die DSL dazu, frühzeitig kompetente Berater zu Rate zu ziehen, um gemeinsam ein überzeugendes Nachfolgekonzept zu erarbeiten.

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*Gemeinsame Studie der psychonomics AG, der DSL e.V. German Seniors und der Deutschen Stiftung für Vermögens- und Unternehmensnachfolge DSVU mit Unterstützung der KfW Bankengruppe.