Einfache Formel verrät das Risiko

Bei Senioren entscheidet der Pulsdruck über das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

 

Bonn, 01.07.08 Wer den Blutdruck misst, sollte daraus auch den Pulsdruck berechnen. Der Grund: Schon ab dem 50. Lebensjahr gewinnt dieser Wert stark an Bedeutung, da er ein wichtiger Indikator für die Dehnbarkeit der arteriellen Gefäße ist. Eine einfache Rechnung hilft daher, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen noch exakter einzuschätzen.

 

Der Pulsdruck erlaubt bei Senioren eine zuverlässigere Abschätzung des Risikos für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall als die alleinige Betrachtung von systolischem und diastolischem Blutdruck. Rein rechnerisch erhält man den Pulsdruck, wenn man vom oberen Blutdruckwert den unteren abzieht. Der Pulsdruck sollte 50 bis 60 mmHg nicht überschreiten, denn ein höherer Wert spiegelt ein steifes Gefäßsystem mit geringer Dehnbarkeit wider. Häufig ist dies ein Hinweis auf eine fortgeschrittene Verkalkung der Gefäße und zeigt damit ein besonderes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen an. Studien belegen, dass eine Zunahme des Pulsdrucks um 10 mmHg die Wahrscheinlichkeit einer Herzproblematik um bis zu 24 Prozent steigert. Ebenfalls zeigt sich, dass der Pulsdruck ab dem 60. Lebensjahr das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall am besten vorhersagt.

 

Pulsdruck im Blick

In Deutschland stirbt nahezu jeder Zweite an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, deren häufigste Ursache Bluthochdruck ist. Wer seine Werte im Blick haben möchte, sollte daher regelmäßig Blutdruck messen und zusätzlich den Pulsdruck errechnen. Beachten Senioren ein paar einfache Regeln zur Messtechnik, können sie ihren Blutdruck nicht nur beim Arzt oder in der Apotheke, sondern auch problemlos zu Hause kontrollieren.

 

Der Handel bietet mittlerweile ein beträchtliches Angebot an vollautomatischen Handgelenk- und Oberarmblutdruckmessgeräten. Beim Kauf eines Blutdruckmessgerätes wird gerade älteren Menschen ein Oberarmgerät empfohlen. Neben der Messgenauigkeit sollten sie vor allem auf Bedienungsfreundlichkeit achten. „Senioren brauchen keinen unnötigen technischen Schnickschnack, sondern ein Messgerät mit bequemer Handhabung und guter Gebrauchsanweisung“, sagt Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga. „In der Praxis hapert es jedoch häufig schon an der Verständlichkeit der Bedienungsanleitung“.

 

Wer sich informieren möchte, findet in der DSL-Broschüre „Bluthochdruck natürlich senken“ grundlegende Informationen zu Ursachen und Entstehung von Bluthochdruck. Sie erklärt auch, wie man selbst durch ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung vorsorgen oder bestehenden Beschwerden entgegenwirken kann. Zusätzlich gibt die Broschüre Tipps für die richtige Messtechnik und den Kauf eines Messgerätes. Der kostenlose Ratgeber kann schriftlich bei der DSL e.V., Heilsbachstraße 32 in 53123 Bonn oder im Internet unter www.dsl-bluthochdruck.de bestellt werden.